Rossi
| Seltenheit | ★★★★★★ |
|---|---|
| Hauptattribut | GES |
| Waffentyp | Schwert |
| CV(Englisch) | Giada Sabellico |
| CV(Japanisch) | Hidaka Rina |
| CV(Koreanisch) | Lee Joo-eun |
| CV(Chinesisch) | Misty |
Kampf-Tags
Eigenschaften
Durchbruch
Aktivieren, um die Levelbegrenzung des Operators auf 40 zu erhöhen.
Aktivieren, damit der Operator Ausrüstung in blauer Qualität ausrüsten kann.
Aktivieren, um die Levelbegrenzung des Operators auf 60 zu erhöhen.
Aktivieren, damit der Operator Ausrüstung in lila Qualität ausrüsten kann.
Aktivieren, um die Levelbegrenzung des Operators auf 80 zu erhöhen.
Aktivieren, damit der Operator Ausrüstung in goldener Qualität ausrüsten kann.
Aktivieren, um die Levelbegrenzung des Operators auf 90 zu erhöhen.
Operator-Akten
GRUNDLEGENDE INFO
DECKNAME: Rossi
GESCHLECHT: Weiblich
AUTHENTIFIZIERUNG: Das Rudel
GEB.: 10. März
SPEZIES: Lupo
[ORIPATHIE-INFEKTIONSSTATUS]
Oripathie-positiv (infiziert), basierend auf ärztlichen Befunden.
[INTEGRIERTE KÖRPERLICHE UNTERSUCHUNG]
PHYSIOLOGISCHE STÄRKE: Standard
KAMPFFERTIGKEIT: Standard
TAKTISCHER SCHARFSINN: Ausgezeichnet
ORIGINIUM-TECHNIKEN-ASSIMILIERUNG: Ausgezeichnet
GESCHLECHT: Weiblich
AUTHENTIFIZIERUNG: Das Rudel
GEB.: 10. März
SPEZIES: Lupo
[ORIPATHIE-INFEKTIONSSTATUS]
Oripathie-positiv (infiziert), basierend auf ärztlichen Befunden.
[INTEGRIERTE KÖRPERLICHE UNTERSUCHUNG]
PHYSIOLOGISCHE STÄRKE: Standard
KAMPFFERTIGKEIT: Standard
TAKTISCHER SCHARFSINN: Ausgezeichnet
ORIGINIUM-TECHNIKEN-ASSIMILIERUNG: Ausgezeichnet
ZUSAMMENFASSUNG DER PERSONALABTEILUNG
Operatorin Rossi, mit vollem Namen Rossina Wulfperl Luppino, gehört zu einem Landbrecher-Klan namens „das Rudel“. Als eine von dessen Repräsentantinnen ist sie eine Kooperation mit Endfield Industries eingegangen. Rossi dient jetzt in der Spezialisierten Technikabteilung.
Aufgrund des einzigartigen Status von Operator Wulfgard werden alle Angelegenheiten der Kooperation zwischen Endfield Industries und dem Rudel auf Operatorin Rossi gebündelt.
Rossi hat keinen dauerhaften Wohnsitz auf der Dijiang. Den Großteil ihrer Zeit verbringt sie mit dem Rudel und den Regeln der Angelegenheiten des Klans. Sie aufzuspüren, ist jedoch wesentlich einfacher, als Wulfgard zu finden. Der Teilnahme an bestimmten Ausbildungsprogrammen von Endfield Industries steht sie sehr offen gegenüber. In Auswertungen von Flinx findet sich die Bemerkung: „Außergewöhnlich hoher taktischer Scharfsinn. Verfügt über beträchtliche charismatische Führungsqualitäten sowie Befehlstalent auf dem Gefechtsfeld.“
Operatorin Rossi entspricht eher der öffentlichen Vorstellung davon, wie ein Mitglied des Rudels sein sollte: Sie hat Familiensinn, hält sich an den Kodex und respektiert dessen Älteste. An ihrem ersten Tag auf der Dijiang besuchte sie fast jeden Abteilungschef sowie hoch angesehene Operatoren. Ihr höfliches und gewissenhaftes Auftreten hinterließ bei vielen einen gewaltigen Eindruck.
Wer ihr jedoch im Kampf begegnet, lernt eine völlig andere Seite von Rossi kennen: Dann ist sie rasiermesserscharf und absolut gnadenlos.
– Martin Marvin Malen, Assistent der Personalabteilung von Endfield Industries
Aufgrund des einzigartigen Status von Operator Wulfgard werden alle Angelegenheiten der Kooperation zwischen Endfield Industries und dem Rudel auf Operatorin Rossi gebündelt.
Rossi hat keinen dauerhaften Wohnsitz auf der Dijiang. Den Großteil ihrer Zeit verbringt sie mit dem Rudel und den Regeln der Angelegenheiten des Klans. Sie aufzuspüren, ist jedoch wesentlich einfacher, als Wulfgard zu finden. Der Teilnahme an bestimmten Ausbildungsprogrammen von Endfield Industries steht sie sehr offen gegenüber. In Auswertungen von Flinx findet sich die Bemerkung: „Außergewöhnlich hoher taktischer Scharfsinn. Verfügt über beträchtliche charismatische Führungsqualitäten sowie Befehlstalent auf dem Gefechtsfeld.“
Operatorin Rossi entspricht eher der öffentlichen Vorstellung davon, wie ein Mitglied des Rudels sein sollte: Sie hat Familiensinn, hält sich an den Kodex und respektiert dessen Älteste. An ihrem ersten Tag auf der Dijiang besuchte sie fast jeden Abteilungschef sowie hoch angesehene Operatoren. Ihr höfliches und gewissenhaftes Auftreten hinterließ bei vielen einen gewaltigen Eindruck.
Wer ihr jedoch im Kampf begegnet, lernt eine völlig andere Seite von Rossi kennen: Dann ist sie rasiermesserscharf und absolut gnadenlos.
– Martin Marvin Malen, Assistent der Personalabteilung von Endfield Industries
1. DATEI
Rossis Überwachungsnotizen
Nonno Rozzan
Nonno Rozzans Schritte sind immer so lautlos. Davvero strano, wirklich seltsam … er ist so groß, doch seine Schritte sind so leicht, als liefe er über einen dicken Teppich. Ich habe fast nie erlebt, dass er ausgerutscht ist. Egal, wo ich mich verstecke, er findet mich immer.
Wenn ich Nonno Rozzan beim Umgang mit seiner Waffe beobachte, habe ich das Gefühl, dass … die Zeit stehen bleibt. Si ferma. Man hört ihn nicht einmal mehr atmen. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis er die Waffe endlich senkt, und ich habe noch nie erlebt, dass er den Abzug drückt. Er wischt einfach den Lauf mit einem Tuch ab, legt die Waffe wieder in ihren Kasten, und das Training ist beendet. Ich habe schon mehrfach versucht, ihn nachzuahmen, aber … ich kann diese Haltung bei Weitem nicht so lange einnehmen wie er.
…
Catello
Catello ist immer in Eile. Mal im Ernst, was hat der schon so Wichtiges zu tun? Und seine Trainingsmethoden … sind so erschreckend einfach. Unerträglich langweilige Kraftübungen, durchsetzt mit ein paar dynamischen Zieleinheiten, oder er geht direkt zu Live-Kampfübungen über … Così noioso. Voll gähn. Da lernt man gar nichts. Lass ich aus!
…
Sorella Arclight
Sorella Arclight kann steile Klippenwände blitzschnell überwinden. Hat das nur was mit Tempo zu tun? Ich habe sie gefragt, und sie meinte, das wäre auch eine Art Kunst … Außerdem meditiert sie während ihres Trainings. Angeblich verhindert sie damit, dass sie abgelenkt wird. Argh … So lange still zu stehen, ist mir viel zu schwierig.
…
Endministrator
Der Endmin passt sich immer an das Tempo der Teamkollegen an, damit alle mithalten können. Total anders als Catello! Und beim Training des Endmins geht es hauptsächlich um das Manipulieren von Originium und das Verwandeln von Steinen in rasiermesserscharfe Waffen. Wie ist das möglich? Wahrscheinlich kriegt das nur der Endmin hin. Macht keinen Sinn, sich so was draufzuschaffen …
Nonno Rozzan
Nonno Rozzans Schritte sind immer so lautlos. Davvero strano, wirklich seltsam … er ist so groß, doch seine Schritte sind so leicht, als liefe er über einen dicken Teppich. Ich habe fast nie erlebt, dass er ausgerutscht ist. Egal, wo ich mich verstecke, er findet mich immer.
Wenn ich Nonno Rozzan beim Umgang mit seiner Waffe beobachte, habe ich das Gefühl, dass … die Zeit stehen bleibt. Si ferma. Man hört ihn nicht einmal mehr atmen. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis er die Waffe endlich senkt, und ich habe noch nie erlebt, dass er den Abzug drückt. Er wischt einfach den Lauf mit einem Tuch ab, legt die Waffe wieder in ihren Kasten, und das Training ist beendet. Ich habe schon mehrfach versucht, ihn nachzuahmen, aber … ich kann diese Haltung bei Weitem nicht so lange einnehmen wie er.
…
Catello
Catello ist immer in Eile. Mal im Ernst, was hat der schon so Wichtiges zu tun? Und seine Trainingsmethoden … sind so erschreckend einfach. Unerträglich langweilige Kraftübungen, durchsetzt mit ein paar dynamischen Zieleinheiten, oder er geht direkt zu Live-Kampfübungen über … Così noioso. Voll gähn. Da lernt man gar nichts. Lass ich aus!
…
Sorella Arclight
Sorella Arclight kann steile Klippenwände blitzschnell überwinden. Hat das nur was mit Tempo zu tun? Ich habe sie gefragt, und sie meinte, das wäre auch eine Art Kunst … Außerdem meditiert sie während ihres Trainings. Angeblich verhindert sie damit, dass sie abgelenkt wird. Argh … So lange still zu stehen, ist mir viel zu schwierig.
…
Endministrator
Der Endmin passt sich immer an das Tempo der Teamkollegen an, damit alle mithalten können. Total anders als Catello! Und beim Training des Endmins geht es hauptsächlich um das Manipulieren von Originium und das Verwandeln von Steinen in rasiermesserscharfe Waffen. Wie ist das möglich? Wahrscheinlich kriegt das nur der Endmin hin. Macht keinen Sinn, sich so was draufzuschaffen …
2. DATEI
Erwachsen werden? Im Rudel hat jeder andere Initiationsriten. Manche müssen eine Jagd alleine erfolgreich absolvieren. Andere müssen eine komplexe Geschäftsangelegenheit zum Abschluss bringen.
Das Rudel scheint sich nicht um potenzielle Fehler seines Nachwuchses zu sorgen. Mutig weist es den Jungwölfen wichtige Angelegenheiten als Prüfungen zu, die jedem Außenstehenden völlig wahnsinnig erscheinen würden.
Was Rossina angeht … Jagden und Geschäftsabschlüsse? Die hatte sie schon in jüngeren Jahren geschafft und gehörten für sie zur reinen Routine.
Daher arrangierte das Rudel eine ganz besondere Prüfung für sie.
Es setzte Rossina, die von lediglich fünf unglücklichen Banditen eskortiert wurde, in einem verlassenen Dorf aus. Diese verzweifelten Gesetzlosen hatten schon ein Auge auf die mageren Vorräte geworfen, die man ihnen zugesprochen hatte, und warteten nur darauf, sich gegenseitig zu hintergehen.
Die Fünf hielten einander in Schach, denn keiner traute sich, den ersten Schritt zu machen. Doch dann … wurde das empfindliche Gleichgewicht gestört.
Rossinas erste Aufgabe bestand darin, einfach die Banditen zu überleben. Doch das allein reichte nicht aus. In der Gegend kam es außerdem oft zu Bestienangriffen, manchmal durch ein einzelnes Raubtier, manchmal durch eine ganze Gruppe.
Die Ältestenwölfe setzten Rossina ab, ohne es sich zweimal zu überlegen, und verschwanden. Es schien ihnen egal, ob sie in einer solchen Umgebung würde überleben können.
Als sie zwei Wochen später ins Dorf zurückkehrten, waren sie sprachlos.
Man hatte einen Zaun um das Dorf errichtet, und die fünf Banditen und Rossina wechselten sich als Wachen ab, um Bestienangriffe zu verhindern. Wenn es keine Attacken gab, gingen ein paar der fünf Wachen auf die Jagd oder besorgten Trinkwasser. Sie alle hatten sich zu einem gut funktionierendem Team entwickelt.
Die Männer jedoch beäugten sich ständig mit Misstrauen. Keiner weiß, wie Rossina es geschafft hatte, dass sie ihr folgten. Wortwörtlich meinte sie wohl, dass dies „der einzige Weg ist, um zu überleben.“
Erwähnenswert ist auch, dass Catello dieselbe Prüfung durchlaufen hat. Nun ja … Er hat ein paar Tage lang alle Bestien in der Umgebung getötet, genug Nahrung zurückgelassen und sich dann unbemerkt davongeschlichen. Erst am Ende der Prüfung kehrte er zurück.
– Abschrift eines Interviews mit dem Rudelkollegen Marco Wolfsheuler Luppino
Das Rudel scheint sich nicht um potenzielle Fehler seines Nachwuchses zu sorgen. Mutig weist es den Jungwölfen wichtige Angelegenheiten als Prüfungen zu, die jedem Außenstehenden völlig wahnsinnig erscheinen würden.
Was Rossina angeht … Jagden und Geschäftsabschlüsse? Die hatte sie schon in jüngeren Jahren geschafft und gehörten für sie zur reinen Routine.
Daher arrangierte das Rudel eine ganz besondere Prüfung für sie.
Es setzte Rossina, die von lediglich fünf unglücklichen Banditen eskortiert wurde, in einem verlassenen Dorf aus. Diese verzweifelten Gesetzlosen hatten schon ein Auge auf die mageren Vorräte geworfen, die man ihnen zugesprochen hatte, und warteten nur darauf, sich gegenseitig zu hintergehen.
Die Fünf hielten einander in Schach, denn keiner traute sich, den ersten Schritt zu machen. Doch dann … wurde das empfindliche Gleichgewicht gestört.
Rossinas erste Aufgabe bestand darin, einfach die Banditen zu überleben. Doch das allein reichte nicht aus. In der Gegend kam es außerdem oft zu Bestienangriffen, manchmal durch ein einzelnes Raubtier, manchmal durch eine ganze Gruppe.
Die Ältestenwölfe setzten Rossina ab, ohne es sich zweimal zu überlegen, und verschwanden. Es schien ihnen egal, ob sie in einer solchen Umgebung würde überleben können.
Als sie zwei Wochen später ins Dorf zurückkehrten, waren sie sprachlos.
Man hatte einen Zaun um das Dorf errichtet, und die fünf Banditen und Rossina wechselten sich als Wachen ab, um Bestienangriffe zu verhindern. Wenn es keine Attacken gab, gingen ein paar der fünf Wachen auf die Jagd oder besorgten Trinkwasser. Sie alle hatten sich zu einem gut funktionierendem Team entwickelt.
Die Männer jedoch beäugten sich ständig mit Misstrauen. Keiner weiß, wie Rossina es geschafft hatte, dass sie ihr folgten. Wortwörtlich meinte sie wohl, dass dies „der einzige Weg ist, um zu überleben.“
Erwähnenswert ist auch, dass Catello dieselbe Prüfung durchlaufen hat. Nun ja … Er hat ein paar Tage lang alle Bestien in der Umgebung getötet, genug Nahrung zurückgelassen und sich dann unbemerkt davongeschlichen. Erst am Ende der Prüfung kehrte er zurück.
– Abschrift eines Interviews mit dem Rudelkollegen Marco Wolfsheuler Luppino
3. DATEI
„Das Rudel hat einen winzigen Welpen zum Verhandeln geschickt? Ist der alte Rozzan abgenippelt oder so?“
Rossi warf Erik einen Blick zu, der brüllend laut mit seiner Gruppe lachte, und sie verlor augenblicklich jegliches Interesse, das sie an der „Kanone der Wildnis“ gehabt haben könnte.
Es war das erste Mal, dass Rossi sich um die … „Geschäfte“ des Klans kümmerte. Eine Woche zuvor war ein Geleitzug aus Kaufleuten auf dem Weg zur Familie Luppino von Erik abgefangen worden. Aus Respekt vor dem Rudel hatte er es nicht gewagt, die Kuriere anzurühren, doch ein beträchtlicher Teil der für die Rückgabe bestimmten Waren war nun verschwunden. Da Catello zu diesem Zeitpunkt dem Klan nicht zur Verfügung stand, hatte Rossi sich freiwillig gemeldet und wollte sich bei diesem besonderen „Geschäft“ beweisen.
Doch in diesem Moment bereute sie ihre Entscheidung. Dieser Ausflug war noch uninteressanter als eine Jagd in ihrem Heimatrevier. Die sogenannte „Kanone der Wildnis“ wand ihren massigen, aufgequollenen Leib, während sie mit der Hand auf den Tisch schlug. Seitdem Rossi eingetreten war, hatte er nichts unversucht gelassen, sie zu provozieren.
Wahre Stärke ist unnachgiebige Zurückhaltung, die keine Schwächen zeigt. Diese Lektion hatte Rossi im Klan gelernt. Niemand, nicht einmal Rozzan oder die Ältestenwölfe, prahlte jemals so unverhohlen mit seiner Brutalität.
„Nonno Rozzan hat mir gesagt, es handele sich um ein ‚Geschäft‘. So wie ich das sehe, hat jedes Geschäft eine Seite, die davon profitiert, und eine, die den Verlust trägt.“
Rossis Blick schweifte durch das Zelt. Der Geruch von Schießpulver stieg ihr in die Nase, und sie wusste nun genau, wo die andere Seite die Sprengsätze angebracht hatte. Viele waren es nicht. Offensichtlich wollte man sie nicht töten. Eine lebende Wölfin schien dem Gegner weitaus nützlicher zu sein.
„Das Rudel hat nichts dagegen, wenn sich seine Geschäftsfreunde die Nase ein wenig nass machen. Leider habe ich mein Initiationsritual noch nicht hinter mir und gelte nicht als vollwertiges Mitglied. Und ich will nur Gewinn. Verluste kann ich nicht ausstehen.“
„Sieht nicht so aus, als wollte das Rudel die Sache ganz in Ruhe überdenken, was?“
Eriks Augen flackerten auf. Die Banditen in seiner Umgebung wurden ernst, einige legten bereits die Hände auf ihre Waffen.
Vor dem Zelt lauerten zwei Schwertkämpfer, zwei Axtkämpfer und wahrscheinlich mehrere Wirker. So wie sie sich im Inneren aufgestellt hatten, würde man sie schwer überwältigen können. Daher–
Nachdem Rossi die Situation eingeschätzt hatte, spielte sie mit einer Gabel auf dem Tisch und wartete den richtigen Moment ab.
„Hör mal. Seit dem Tag, an dem ich diesen verderbten Ort betreten habe, labert mir jemand die Ohren voll. Ich kann das nicht. Ich muss … die Regeln einhalten, den Kodex des Rudels.“
Eriks Aufregung wuchs. Er starrte das Mädchen an, das alleine gekommen war. Die ganzen Vorbereitungen waren für Rozzan aus dem Rudel gedacht gewesen. Doch der Alte hatte stattdessen eine freche Göre geschickt! Erik war beleidigt.
„Der Kodex? Der wurde von Größeren und Mächtigeren geschrieben!“
Erik hob seine Kanone. Das Rudel ließ seine Angehörigen niemals im Stich. Es könnte wesentlich nützlicher sein, dieses Mädchen als Geisel zu nehmen.
Blitzartig flog eine Gabel auf Erik zu. Rossi sprang auf und verschwand plötzlich. Erik schlug das Teil aus der Luft und hob seine Waffe, um zu zielen.
„Benimm dich und halt still.“
Ein Dolch wurde gegen seinen Nacken gedrückt.
Die umstehenden Banditen zogen endlich ihre Waffen, doch es war zu spät.
„HALT! KOMMT NICHT NÄHER!“, schrie Erik und spürte einen eiskalten Stich am Nacken.
„Du verlässt dich wohl darauf, dass diese Wirker hinter der Tür dich raushauen, was? Komisch … es ist so still. Mein Klan scheint die Sache schneller erledigt zu haben als ich. Was hast du noch mal gesagt? Oh, ja … der Kodex …“
Die eisige Klingenspitze schien noch einen Millimeter näher zu rücken.
„Verstehst du, was der Kodex des Rudels ist?“ Rossi steckte ihren Dolch weg.
Erik wirbelte wütend herum. Hatte etwa ein Kind seine ganze sorgfältige Planung ruiniert? „Die Waren habe ich den Knochenbrechern gegeben. Hol sie dir doch zurück, wenn du dich traust! Wenn sie dich vernichtet haben, werde ich einen neuen Kodex für dieses Revier schreiben!“
„Wie war das?“
Von dem Mädchen vor ihm ging eine Mordlust aus, die er so noch nie empfunden hatte.
Erik wusste nicht, wie hoch der Preis dafür war, dass er die Knochenbrecher in der Gegenwart dieses Mädchens erwähnt hatte, aber er würde ihn schon bald erfahren.
Als Rossi einen Blick auf das verwüstete Zelt warf, musste sie kurz aufstöhnen.
„Geschäfte sind immer so lästig.“
Rossi warf Erik einen Blick zu, der brüllend laut mit seiner Gruppe lachte, und sie verlor augenblicklich jegliches Interesse, das sie an der „Kanone der Wildnis“ gehabt haben könnte.
Es war das erste Mal, dass Rossi sich um die … „Geschäfte“ des Klans kümmerte. Eine Woche zuvor war ein Geleitzug aus Kaufleuten auf dem Weg zur Familie Luppino von Erik abgefangen worden. Aus Respekt vor dem Rudel hatte er es nicht gewagt, die Kuriere anzurühren, doch ein beträchtlicher Teil der für die Rückgabe bestimmten Waren war nun verschwunden. Da Catello zu diesem Zeitpunkt dem Klan nicht zur Verfügung stand, hatte Rossi sich freiwillig gemeldet und wollte sich bei diesem besonderen „Geschäft“ beweisen.
Doch in diesem Moment bereute sie ihre Entscheidung. Dieser Ausflug war noch uninteressanter als eine Jagd in ihrem Heimatrevier. Die sogenannte „Kanone der Wildnis“ wand ihren massigen, aufgequollenen Leib, während sie mit der Hand auf den Tisch schlug. Seitdem Rossi eingetreten war, hatte er nichts unversucht gelassen, sie zu provozieren.
Wahre Stärke ist unnachgiebige Zurückhaltung, die keine Schwächen zeigt. Diese Lektion hatte Rossi im Klan gelernt. Niemand, nicht einmal Rozzan oder die Ältestenwölfe, prahlte jemals so unverhohlen mit seiner Brutalität.
„Nonno Rozzan hat mir gesagt, es handele sich um ein ‚Geschäft‘. So wie ich das sehe, hat jedes Geschäft eine Seite, die davon profitiert, und eine, die den Verlust trägt.“
Rossis Blick schweifte durch das Zelt. Der Geruch von Schießpulver stieg ihr in die Nase, und sie wusste nun genau, wo die andere Seite die Sprengsätze angebracht hatte. Viele waren es nicht. Offensichtlich wollte man sie nicht töten. Eine lebende Wölfin schien dem Gegner weitaus nützlicher zu sein.
„Das Rudel hat nichts dagegen, wenn sich seine Geschäftsfreunde die Nase ein wenig nass machen. Leider habe ich mein Initiationsritual noch nicht hinter mir und gelte nicht als vollwertiges Mitglied. Und ich will nur Gewinn. Verluste kann ich nicht ausstehen.“
„Sieht nicht so aus, als wollte das Rudel die Sache ganz in Ruhe überdenken, was?“
Eriks Augen flackerten auf. Die Banditen in seiner Umgebung wurden ernst, einige legten bereits die Hände auf ihre Waffen.
Vor dem Zelt lauerten zwei Schwertkämpfer, zwei Axtkämpfer und wahrscheinlich mehrere Wirker. So wie sie sich im Inneren aufgestellt hatten, würde man sie schwer überwältigen können. Daher–
Nachdem Rossi die Situation eingeschätzt hatte, spielte sie mit einer Gabel auf dem Tisch und wartete den richtigen Moment ab.
„Hör mal. Seit dem Tag, an dem ich diesen verderbten Ort betreten habe, labert mir jemand die Ohren voll. Ich kann das nicht. Ich muss … die Regeln einhalten, den Kodex des Rudels.“
Eriks Aufregung wuchs. Er starrte das Mädchen an, das alleine gekommen war. Die ganzen Vorbereitungen waren für Rozzan aus dem Rudel gedacht gewesen. Doch der Alte hatte stattdessen eine freche Göre geschickt! Erik war beleidigt.
„Der Kodex? Der wurde von Größeren und Mächtigeren geschrieben!“
Erik hob seine Kanone. Das Rudel ließ seine Angehörigen niemals im Stich. Es könnte wesentlich nützlicher sein, dieses Mädchen als Geisel zu nehmen.
Blitzartig flog eine Gabel auf Erik zu. Rossi sprang auf und verschwand plötzlich. Erik schlug das Teil aus der Luft und hob seine Waffe, um zu zielen.
„Benimm dich und halt still.“
Ein Dolch wurde gegen seinen Nacken gedrückt.
Die umstehenden Banditen zogen endlich ihre Waffen, doch es war zu spät.
„HALT! KOMMT NICHT NÄHER!“, schrie Erik und spürte einen eiskalten Stich am Nacken.
„Du verlässt dich wohl darauf, dass diese Wirker hinter der Tür dich raushauen, was? Komisch … es ist so still. Mein Klan scheint die Sache schneller erledigt zu haben als ich. Was hast du noch mal gesagt? Oh, ja … der Kodex …“
Die eisige Klingenspitze schien noch einen Millimeter näher zu rücken.
„Verstehst du, was der Kodex des Rudels ist?“ Rossi steckte ihren Dolch weg.
Erik wirbelte wütend herum. Hatte etwa ein Kind seine ganze sorgfältige Planung ruiniert? „Die Waren habe ich den Knochenbrechern gegeben. Hol sie dir doch zurück, wenn du dich traust! Wenn sie dich vernichtet haben, werde ich einen neuen Kodex für dieses Revier schreiben!“
„Wie war das?“
Von dem Mädchen vor ihm ging eine Mordlust aus, die er so noch nie empfunden hatte.
Erik wusste nicht, wie hoch der Preis dafür war, dass er die Knochenbrecher in der Gegenwart dieses Mädchens erwähnt hatte, aber er würde ihn schon bald erfahren.
Als Rossi einen Blick auf das verwüstete Zelt warf, musste sie kurz aufstöhnen.
„Geschäfte sind immer so lästig.“
4. DATEI
Dreimal schlug die Glocke. Einer nach dem anderen nahmen die Anwesenden ihre Hüte ab und traten vor, um frische Blumen in den kalten Sarg zu legen.
Manche weinten leise, andere senkten still das Haupt. Rozzan sah sich um, konnte die vertraute scharlachrote Gestalt jedoch nirgendwo erblicken.
Der letzte der Ältestenwölfe, der den Vorfall überlebt hatte, lag in seiner Ruhestätte. Den Rest seiner Tage hatte er mit Schmerzen verbracht. Obwohl der Nebel der Knochenbrecher seine Organe verätzt und ihre Klingen seine Gliedmaßen durchstoßen hatten, hatte der Ältestenwolf den gewickelten Welpen ganz fest gehalten … bis er das kleine Mädchen in die Arme des nächsten Ältesten legen konnte …
„Sie ist immer noch nicht hier …“
Die Wörter drangen zu Rozzan durch. Er nickte langsam und übergab den Rest des Gottesdienstes leise an einen anderen Ältesten.
Er wusste, wo sie zu finden war. Immer wenn sie sich aufregte, verlor sie sich auf dem Übungsgelände und blieb dort bis spät in die Nacht.
Rozzan sah der Kleinen schweigend zu. Sie bemerkte ihn ebenfalls, doch keiner von beiden sagte ein Wort. Sie trieb ihr Schwert mit einem letzten heftigen Stoß in die Trainingspuppe und sank zu Boden. Niemand wusste, wie lange sie sich dort schon verausgabt hatte.
„Er ist gestorben …“
Rozzan näherte sich der keuchend am Boden liegenden Rossi mit gedämpfter, tonloser Stimme.
„Ich weiß, ich weiß …“
Rossi zog sich die Kapuze über die Augen, doch sie klang zittrig und unkontrolliert. Seit sie alt genug geworden war, um die ganze Sache zu verstehen, hatte sie den verwundeten Alten Wolf besucht, damit er sah, dass sie gesund und zu einer starken Kämpferin herangewachsen war. Für sie war er das letzte lebende Bindeglied zu diesen verlorenen Seelen.
„Du hättest dort sein sollen. Er hätte gewollt, dass du dabei bist.“
„Aber … es war meinetwegen … Er hat das alles für …“
Rozzan zog sie hoch, warf sie sich über die Schulter, bevor sie den Satz beenden konnte, und trug sie zu dem Innenhof, wo die Beerdigung stattfand.
„Ich kann ihm … nicht gegenübertreten, es war … alles meine Schuld … Ich will nicht …“
Rossi schlug um sich und biss Rozzan in die Schulter. Ihre Nägel zerkratzten seine Haut, ihre Zähne vergruben sich in seinem Arm. Rozzan verzog keine Miene, sondern näherte sich weiter dem Begräbnis.
Bald verließen Rossi die Kräfte. Wie ein nasser Sack hing sie mit schlaffen Armen an Rozzans Rücken.
„Ich bin nicht die Wölfin geworden, auf die sich das Rudel hätte verlassen können …“,
murmelte Rossi, wobei unklar war, ob sie mit Rozzan sprach oder mit jemandem, der nicht mehr da war.
„Ich habe nie gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Ich könnte niemanden führen. Ich habe alles falsch gemacht … Ich habe ihre Aufopferung nicht verdient …“
Rozzan blieb stehen. Der Innenhof war jetzt bis auf zu Asche verbrannten Opfergaben und einen einsamen Sarg leer. Darin lag friedlich der mit Blumen übersäte Älteste.
„Immer wenn du ihn besuchen kamst, hat er mich anschließend beiseite gezogen, um mit mir zu reden. Vielleicht hatte das Alter den Wolf eingeholt, und er konnte sich nicht mehr daran erinnern, was er mir erzählt hatte. Er spulte immer wieder dieselben Geschichten ab.“
Rozzan stellte Rossi auf den Boden und legte eine Hand auf den Rand des Sargs. Er blickte seinen toten Freund an.
„Immer wieder erwähnte er die ruhmreichen alten Zeiten und von den wenigen Gelegenheiten, an denen wir uns gestritten hatten. Doch die Details … änderten sich ständig. An einem Tag hatte er alles verbockt, am nächsten Tag war ich es. Dieselbe Geschichte wurde immer anders erzählt. Nur eins war dabei immer gleich.“
Rozzan streckte die Hand aus und wuschelte Rossi durch die Haare.
„Jedes Mal sagte er, dass das Wichtigste, was er je vollbracht hatte, deine Rettung war.“
Rossi senkte den Kopf. Sie nahm den blassen Anhänger, den der Älteste ihr geschenkt hatte, vom Hals und legte ihn zwischen die Blumen.
Der Sarg wurde geschlossen. Die junge Wölfin weinte nie wieder.
Manche weinten leise, andere senkten still das Haupt. Rozzan sah sich um, konnte die vertraute scharlachrote Gestalt jedoch nirgendwo erblicken.
Der letzte der Ältestenwölfe, der den Vorfall überlebt hatte, lag in seiner Ruhestätte. Den Rest seiner Tage hatte er mit Schmerzen verbracht. Obwohl der Nebel der Knochenbrecher seine Organe verätzt und ihre Klingen seine Gliedmaßen durchstoßen hatten, hatte der Ältestenwolf den gewickelten Welpen ganz fest gehalten … bis er das kleine Mädchen in die Arme des nächsten Ältesten legen konnte …
„Sie ist immer noch nicht hier …“
Die Wörter drangen zu Rozzan durch. Er nickte langsam und übergab den Rest des Gottesdienstes leise an einen anderen Ältesten.
Er wusste, wo sie zu finden war. Immer wenn sie sich aufregte, verlor sie sich auf dem Übungsgelände und blieb dort bis spät in die Nacht.
Rozzan sah der Kleinen schweigend zu. Sie bemerkte ihn ebenfalls, doch keiner von beiden sagte ein Wort. Sie trieb ihr Schwert mit einem letzten heftigen Stoß in die Trainingspuppe und sank zu Boden. Niemand wusste, wie lange sie sich dort schon verausgabt hatte.
„Er ist gestorben …“
Rozzan näherte sich der keuchend am Boden liegenden Rossi mit gedämpfter, tonloser Stimme.
„Ich weiß, ich weiß …“
Rossi zog sich die Kapuze über die Augen, doch sie klang zittrig und unkontrolliert. Seit sie alt genug geworden war, um die ganze Sache zu verstehen, hatte sie den verwundeten Alten Wolf besucht, damit er sah, dass sie gesund und zu einer starken Kämpferin herangewachsen war. Für sie war er das letzte lebende Bindeglied zu diesen verlorenen Seelen.
„Du hättest dort sein sollen. Er hätte gewollt, dass du dabei bist.“
„Aber … es war meinetwegen … Er hat das alles für …“
Rozzan zog sie hoch, warf sie sich über die Schulter, bevor sie den Satz beenden konnte, und trug sie zu dem Innenhof, wo die Beerdigung stattfand.
„Ich kann ihm … nicht gegenübertreten, es war … alles meine Schuld … Ich will nicht …“
Rossi schlug um sich und biss Rozzan in die Schulter. Ihre Nägel zerkratzten seine Haut, ihre Zähne vergruben sich in seinem Arm. Rozzan verzog keine Miene, sondern näherte sich weiter dem Begräbnis.
Bald verließen Rossi die Kräfte. Wie ein nasser Sack hing sie mit schlaffen Armen an Rozzans Rücken.
„Ich bin nicht die Wölfin geworden, auf die sich das Rudel hätte verlassen können …“,
murmelte Rossi, wobei unklar war, ob sie mit Rozzan sprach oder mit jemandem, der nicht mehr da war.
„Ich habe nie gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Ich könnte niemanden führen. Ich habe alles falsch gemacht … Ich habe ihre Aufopferung nicht verdient …“
Rozzan blieb stehen. Der Innenhof war jetzt bis auf zu Asche verbrannten Opfergaben und einen einsamen Sarg leer. Darin lag friedlich der mit Blumen übersäte Älteste.
„Immer wenn du ihn besuchen kamst, hat er mich anschließend beiseite gezogen, um mit mir zu reden. Vielleicht hatte das Alter den Wolf eingeholt, und er konnte sich nicht mehr daran erinnern, was er mir erzählt hatte. Er spulte immer wieder dieselben Geschichten ab.“
Rozzan stellte Rossi auf den Boden und legte eine Hand auf den Rand des Sargs. Er blickte seinen toten Freund an.
„Immer wieder erwähnte er die ruhmreichen alten Zeiten und von den wenigen Gelegenheiten, an denen wir uns gestritten hatten. Doch die Details … änderten sich ständig. An einem Tag hatte er alles verbockt, am nächsten Tag war ich es. Dieselbe Geschichte wurde immer anders erzählt. Nur eins war dabei immer gleich.“
Rozzan streckte die Hand aus und wuschelte Rossi durch die Haare.
„Jedes Mal sagte er, dass das Wichtigste, was er je vollbracht hatte, deine Rettung war.“
Rossi senkte den Kopf. Sie nahm den blassen Anhänger, den der Älteste ihr geschenkt hatte, vom Hals und legte ihn zwischen die Blumen.
Der Sarg wurde geschlossen. Die junge Wölfin weinte nie wieder.
Illustration
Liebling Perly
Grenzenlose Zukunft
Eine Welt in Worten